Einsamer Wolf

Freitag, Mai 19, 2017

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Sicherlich haben wir es bereits mal hier mal dort erwähnt: der Zwerg wird zunehmend zum einsamen Wölfchen. Aber nein, keine Panik, seinen Zweibeinern kann er nicht nah genug sein und auch die Labbibande findet er schwer in Ordnung *zwinker* Nein, es dreht sich bei diesem Charakterzug ausschließlich um Fremde. Schon immer waren Buddy fremde Menschen suspekt, doch zunehmend scheint er auch den Kontakt zu anderen Hunden nicht mehr allzu sehr zu schätzen. Doch leider scheinen das sowohl Mensch als auch Fellnase auf der anderen Seite nicht immer ganz verstehen zu wollen.

In den ersten eineinhalb Jahren war Buddy stets zu einem Spielchen mit anderen Vierbeinern aufgelegt, verbrachte seine Zeit gern mit uns auf den Hundewiesen und verstand sich so ziemlich mit jedem. Doch mit der Zeit bemerkten wir Veränderungen in seinem Verhalten. Rüden wurden oft nur einmal umkreist und abgecheckt, gern dann mal mit aufgestelltem Kamm und kleinem Knurren, wenn der andere denn zu nah kam. Und irgendwann waren auch die meisten Hündinnen nach einem kurzen Beschnüffeln uninteressant.
Nun ist Buddy aber nicht der Typ, der, sobald sich ein anderer Hund nähert, desinteressiert neben uns Zweibeinern hertrottet. Er meint eher voranschleichen zu müssen, gerne auch mal ein bisschen vorpreschend, um den sich nähernden Artgenossen als Vorhut einordnen zu können.
Ich muss zugeben, dass ich dieses Verhalten eine Weile lang schlicht und einfach übersehen habe und deswegen vermutlich auch nicht früh genug dagegen steuerte. Denn wenn jemand den Gegenüber als erstes begutachtet, dann doch bitte ich und nicht der Zwerg *räusper* Nunja, da hatten wir also den Salat. Und da ich mittlerweile weiß, dass Buddy in der Regel nicht zu einem freundlichen Spielchen zum Fellkollegen huscht, sondern eher uns den Weg freiräumen will, handhabe ich diese Situation momentan meistens, indem ich ihn rechtzeitig ranrufe und anleine. Egal ob wir den anderen kennen oder nicht, ob er ihn mag oder nicht, denn so oder so soll er nicht die Rolle des Vorreiters einnehmen.
Ableinen kann man ja gegebenenfalls immer noch auf Augenhöhe wenn alles passt.
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Nun ergeben sich dadurch natürlich einige Probleme, wie das gerne mal der Fall ist wenn Hundemenschen aufeinandertreffen *räusper* Da gibt es natürlich diejenigen, die es generell nicht einsehen ihren Hund anzuleinen oder wenigstens heranzurufen, wenn der gegenüber offensichtlich und unübersehbar angeleint wurde. Und wenn dann auch noch zugelassen wird [und damit meine ich nicht aus Versehen, das kann ja immer mal passieren] dass der andere Buddy an der Leine bedrängt, dann kann ich auch schon mal ungemütlich werden. Das geht gar nicht *motz*
Eine weitere Verständnisschwierigkeit besteht auch häufig darin, dass die Gegenseite nicht verstehen will, dass ich Buddy anleine und dass es völlig schnuppe ist, warum ich das tue. Von verächtlichem Seufzen beim Vorbeigehen, über Kommentare wie "ja, der ist auch richtig gefährlich" bis hin zu Belehrungen, dass sich die Hunde ja viel entspannter ohne Leine begegnen können ist alles dabei. Und wenn Buddy dann auch noch genau in diesem Moment sehnsüchtig die Nase nach dem Anderen ausstreckt, ja dann folgt auch gerne noch ein "der Arme" hintendran. Aber wenn Buddy wie es der Teufel so will mal abgeleint durch eine freilaufende Gruppe gehen muss und dann knurrend Zähne zeigt, wenn fünf fremde Hunde gleichzeigt von oben an ihm schnüffeln, ja dann heißt es "oh der ist aber schlecht drauf, vielleicht leinen Sie den besser an" *tiefdurchatme*
Zu guter Letzt bin ich natürlich ein ganz gemeiner Hundehalter, wenn die Engegenkommenden sehen, dass Buddy zu ihnen will und ich ihn dann ranrufe und anleine - "der Arme darf noch nicht mal spielen". Öhm ja, ganz genau so wird das bei uns gehandhabt *hüstel*
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Klar, ich verstehe natürlich, dass unser Prozedere nicht jedem einleuchten mag, aber ganz ehrlich: das muss es doch auch nicht. Es könnte schließlich tausende von Gründen geben, warum wir das so handhaben und wenn es nur reine Übung wäre.
Natürlich wäre es mir das Liebste, wenn der Zwerg einfach zuverlässig bei mir laufen würde und sich nur einem anderen nähert, wenn ich ihm das Okay gebe. Aber solange das nicht aus dem FF funktioniert, gehe ich lieber auf Nummer sicher. Und das ist doch auch mein gutes Recht.
Wäre Buddy der verspielte Hund geblieben, der mit jedem gut auskommt, dann wäre das schön gewesen. Aber es ist für mich genauso okay, wenn er eben nicht mit jedem Fremden auf Du sein möchte - solange er das angemessen ohne übermäßige Aggressivität zum Ausdruck bringt ist doch alles in Butter. Zumindest für uns.

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1 Pfotenabdrücke

  1. Du sprichst mir mit diesem Post so aus der Seele...ehrlich. Und danke dafür. Das ich mit meiner Meinung nicht so alleine da stehe.
    Bei uns ist das ähnlich. Nicki kam mit 5,5 Monaten zu uns. Sie hatte Angst vor allem was sich bewegt. Nur andere Hunde, ja da wurde sie neugierig. Angeleint wurde sie aber immer, wenn ein fremder Hund kam. Sicher ist sicher. Nun ist sie halt naja..winzig mit ihren 24cm Schulterhöhe und damals 1,8 kg. Und nach dem dritten Schäferhund (das war wirklich Zufall, ich habe nichts gegen die Rasse, ganz im Gegenteil), der ohne Leine über sie drüber bretterte...naja. Sie mochte dann auch keine anderen Hunde mehr. Nur die, die sie bis dahin mit was positivem verknüpfte. Erste Trainings waren erfolglos, wenn sie es nicht noch schlimmer machten. Ständig kamen andere Hunde angerannt. Ich konnte mich nicht durchsetzen bei den Besitzern usw. Dann der Schlüsselmoment: Cane Corso...auf meiner Minimaus. Ich bin ausgerastet und da ist ein Knoten geplatzt. Und endlich konnte ich loslegen mit dem Training, dass es für uns alle einfacher macht. Es hagelt eigentlich täglich Kommentare deswegen. Es fällt vielen einfach schwer zu akzeptieren, wenn der Hund nicht spielen möchte. Selbst wenn sie wirklich mit eingeklemmten Schwanz einen Bogen um einen anderen läuft sagen Herrchen noch: Ja sie dürfen der aber nicht verbieten hier zu schnüffeln..lassen sie sie doch mal her. Die sehen einfach gar nicht, dass sie nicht will. Da kann der Kamm noch so hoch stehen, der Schwanz unterm Bauch liegen, Zähne gezeigt werden...nö der andere kommt munter weiter hinter uns her. Puh.
    Es ist irgendwie beruhigend, zu lesen, dass es nicht nur uns so geht. Hier scheint es anscheinend sonst nur Hunde zu geben, die mit jedem spielen wollen und von denen auch verlangt wird, dass sie das tun. Weil Frauli und Herrli es so wollen.

    So, ein kleiner Roman, sorry. Aber ich habe mich einfach sehr an dem Beitrag erfreut. Weil es einfach mal zum Thema gemacht wird.
    Also, ich bin da ganz bei euch. Mein Hund muss auch nicht jeden mögen und auch nicht mit jedem spielen wenn sie das nicht möchte. Ist doch völlig normal.
    Und es ist immer sicherer kurz die Leine ran zu machen als wenn was passiert. Da kann der Hund noch so ungefährlich aussehen. Die Hand ins Feuer legen kann man einfach nicht. Und auch um den eigenen Hund zu schützen ist es natürlich besser.

    Liebe Grüße,
    Anika

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