[Gefiltert.]

Pinscher Buddy, Zwergpinscher, Rüde, Fotografie, Hundeblog
Heute habe ich ein Thema im Sinn, bei dem ich zugegebenerweise recht zwiegespalten bin. Vielleicht habt ihr ja meinen Beitrag zur Bildretusche gelesen, in dem ich ein wenig aus dem Nähkästchen über meine Technik und meinen Geschmack bei der Nachbearbeitung von Fotos geplaudert habe. Wichtig ist für mich immer, die Bilder aus der Kamera zwar einer gewissen Retuschierung zu unterziehen, sie dabei aber niemals zu verfälschen. 
Nun ist Verfälschen natürlich ein harter Begriff, der alles oder nichts bedeuten kann. Ich meine damit schlicht und einfach, dass man aus seinen Fotos etwas macht, was sie nicht sind. Ob künstliche Schmetterlinge, Schneeflocken und Seifenblasen oder Lichteffekte die nichts mehr mit der Realität zu tun haben - manche mögen es. Ich nicht. Ein Grenzbereich ist hier die Tönung oder auch Teiltonung, wovon ich heute ein wenig mehr erzählen möchte.

Kasus Knaktus ist hier der Weißabgleich der Kamera. Der sorgt im Idealfall [z. B. bei normalen Tageslichtverhältnissen] dafür, dass auf unseren Fotos schwarz auch wirklich schwarz aussieht und weiß auch möglichst weiß. Sprich, neutrale Farben werden neutral abgebildet. Nun, wie ihr wisst, bin ich kein Profi, daher will ich mich hier nicht zu sehr in technische Details vertiefen. Ist aber auch gar nicht nötig. Ich denke ihr seht, worauf ich hinaus will *zwinker*
Fotografiere ich also Buddy vor einer Naturkulisse sorgt der automatische Weißabgleich meiner Kamera dafür, dass sein Fell schwarz ist und nicht etwa blau. Je nach Hintergrund kann es nun auch bei neutralstem Tageslicht vorkommen, dass das Zwergenfell einen leichten Blaustich hat. Kein Problem, denn es lässt sich leicht retuschieren.

Pinscher Buddy, Zwergpinscher, Rüde, Fotografie, Nikon D3200, Nikkor 18-55mm, Abend, Stimmung, goldene Stunde, blaue Stunde, Weißabgleich, Bildbearbeitung, Tönung
Problematisch wird es dann, wenn wir typische Stimmungsaufnahmen machen wollen, wie in der Morgensonne oder beim Sonnenuntergang. Nicht umsonst nennt man diese Tageszeiten goldene und blaue Stunden, denn das Licht ist nicht mehr neutral sondern wundervoll gefärbt.
Und was macht unsere Kamera? Die denkt sich Nö, hier stimmt was nicht! und startet das volle Stimmungskillerprogramm des Weißabgleichs. Weniger flapsig ausgedrückt: der automatische Weißabgleich versucht die Weiß-, Grau- und Schwarztöne neutral abzubilden. Adieu natürliche Farbenpracht und Lichtspielerei.

Und das ist die Situation, die unsere Bildretusche retten kann. Mithilfe der Tönungsskala und der Teiltonung hat man nämlich die Möglichkeit, dem automatischen Weißabgleich ein Schnippchen zu schlagen und so dem Bild das zurückzugeben, was es verloren hat.
Hier sind wir an dem Punkt angekommen, der für mich immer wieder schwierig ist. Zugerne wird diese Technik nämlich in den alltäglichsten Normalaufnahmen genutzt, um künstlich eine Stimmung in das Foto zu bringen, die in Wirklichkeit gar nicht da war. So kann man beispielsweise aus einer Aufnahme, die zur Mittagsstunde entstanden ist, ganz easy ein Sonnenuntergangsszenario zaubern. Für viele mag das keine große Sache sein und vielleicht ist es das auch nicht. Aber ich persönlich finde das richtig Blöde. Ein Foto ist für mein Verständnis nämlich nach wie vor eine Momentaufnahme, die das Leben schreibt. 
Und genau aus diesem Grunde finde ich es eben auch absolut okay, an der Färbung Änderungen vorzunehmen, um den Moment zu zeigen, bevor der Stimmungskiller namens Weißabgleich zuschlug *zwinker*
Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man natürlich niemals das Ergebnis erreicht, das man tatsächlich in just diesem Moment vor der Linse hatte. Aber man kann mit etwas Fingerspritzengefühl verdammt nah dran kommen. Ich mache es immer so, dass ich mich gleich nach Daheim an den PC setze, damit ich dieses reale Bild noch gut vor Auge habe. Klar, auch da wird unsere Erinnerung vielleicht schon ein klein wenig verändert sein, aber sie ist so frisch wie möglich. Was mir persönlich auch immer eine große Hilfe ist, ist ein zweites Paar Augen und ein zweites Gedächnis *zwinker* Daher zeige ich die Fotos nach der Retusche gleich dem Herzmann [sofern er denn vor Ort dabei war] und sagt er sowas wie Genauso sah es aus oder Wie toll du das eingefangen hast *hust* dann weiß ich, dass ich nicht völlig daneben liegen kann.
Ich denke wenn man vorsichtig an die Sache heran geht und das Motto "weniger ist mehr" beherzigt, ist man auf dem richtigen Weg.

Nun fragt sich vielleicht der ein oder andere, warum ich nicht gleich vor Ort den Auto-Weißabgleich deaktiviere und manuell versuche die richtige Färbung zu finden. Zum einen finde ich das gar nicht so einfach und zum anderen kommen diese wundervollen Momente meist so plötzlich und sind ebenso schnell wieder fort - wer will da schon wertvolle Zeit mit Einstellungen verschwenden *zwinker*
Oder wie seht ihr das?

Pinscher Buddy, Zwergpinscher, Rüde, Fotografie, Nikon D3200, Nikkor 18-55mm, Abend, Stimmung, goldene Stunde, blaue Stunde, Weißabgleich, Bildbearbeitung, Tönung

Kommentare

  1. Moin ihr Zwei,

    ich sehe das tatsächlich ein bisschen anders. Für mich ist die Fotografie auch Kunst, und erlaubt ist das, was gefällt. Das geht mir sowohl bei Motiven und Komposition so, als auch bei der Nachbearbeitung.

    Ich liebe es nicht nur, Fotos zu machen, sondern ich liebe es auch, mich damit auseinander zu setzen und dem Foto einen „Look“ zu verpassen. Das bedeutet dann nicht unbedingt die Detailgetreue Wiedergabe der Umgebung, die ich fotografiert habe, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

    Sicher, Sonnenuntergänge sehen auch ohne Filter atemberaubend aus. Und wenn man dann noch die Technik beherrscht, muss man danach auch nicht so viel machen. Wie du schon richtig sagst: Wer wir schon immer kostbare Zeit mit Einstellungen verschwenden? :-) Ich finde, ein gutes Foto macht, zwar hauptsächlich, aber nicht nur, das Foto aus, aber eben auch die Nachbearbeitung - und wenn das eine (Teil-) Tönung beinhaltet, darf das auch so sein. ;-)

    Ganz liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ich sag's ja, Geschmäcker sind verschieden ;-) und das ist auch gut so, sonst wäre es ja auch echt langweilig!

      Liebste Grüße und Schmatzer an Moe!

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