[Triebig.]

Donnerstag, Februar 25, 2016

Pinscher Buddy, Miniature Pinscher, Zwergpinscher, Rüde, Jagdverhalten beim Hund, Kaninchen, Hasen, Hetzen, Sichtjäger, Fährten verfolgen
Wenn ich gefragt werde, ob Buddy Jagdtrieb hat, verneine ich das grundsätzlich. Durch's Feld hopsende Rehe, flatternde Vögel, eine Wildschweinrotte am Gartenzaun oder der liebe Fuchs im Wald interessieren den Zwerg so wenig, dass er sie kaum eines Blickes würdigt. Dennoch muss ich mir ein zunehmend stärker werdendes Problem eingestehen, dass so manchen Spaziergang überschattet: Kaninchen.

Ehrlich gesagt habe ich null Erfahrung mit jagdtriebigen Hunden und dachte immer, man könne pauschal sagen ein Hund hat einen generellen Jagdtrieb bei jedem potentiellen Beutetier oder eben nicht. Natürlich kannte ich immer mal wieder Hunde die gerne mal eine Wildgans aufscheuchen oder einem Feldhasen ein paar Meter folgen um dann gelangweilt wieder abzudrehen. Während unser Zwerg nun bei all den oben genannten Tieren vielleicht gern mal eine Fährte für ein paar Meter verfolgt und dann gelangweilt wieder zu mir zurückgetrottet kommt, verhält es sich mit den Kaninchen völlig anders.

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Auf unseren Halden wimmelt es an vielen Stellen nur so von den Löffelträgern. Schon als Buddy ein Jahr alt war und wir die ersten Male solche Ausflüge machten, verfolgte er ungewohnt intensiv Geruchsspuren. Damals machte ich mir allerdings noch keine großen Gedanken darüber, denn er war stets ansprech- und abrufbar. Nun gibt es Halden die scheinbar nicht so problematisch sind, andere aber dafür umso mehr. Im letzten Frühjahr hatte ich die erste unangenehme Situation, als Buddy eine Kaninchenfährte in die steile Böschung verfolgte und nicht im geringsten auf meinen Rückruf reagierte. Die anderen Hundehalter, die mit mir unterwegs waren, sagten nur, dass das doch nicht so schlimm sei, dort seien so viele Kaninchen auf einem Haufen, dass jeder Hund schon mal einen Aussetzer hat. Für mich war das aber so gar nicht okay und Buddy verbrachte den restlichen Spaziergang an der Leine.
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Nachdem er dann einige Male Kaninchen auf Sicht verfolgt hatte, hatten wir ein Problem. Kein Rückruf. Nicht mal das sonst gut sitzende Abbruchsignal funktionierte. Der Zwerg war irgendwo in den Hängen der Halde verschwunden und *puff* weg war er. Als er sich dann doch irgendwann bequemte seine Ohren zu öffnen und auf meinen Pfiff zu reagieren habe ich ihn gleich angeleint und damit war das Thema Kaninchen erstmal für ihn abgehakt.

Nun kam es neulich zu dem Vorfall, der mir dann doch klar machte, dass wir hier ein ernsthaftes Problem haben *hust* Wir waren auf der Halde Norddeutschland unterwegs [davon haben wir euch ja berichtet] Kaninchen waren eineinhalb Stunden lang kein Thema und dann hoppelt uns -natürlich- eins direkt vor die Füße. Buddy war so flux weg, dass ich nicht mal Stopp sagen konnte, es ging einfach viel zu schnell. Wir hörten ihn weiter unten durch die Böschung hetzen und zwischendurch immer wieder erregt bellen. Das hatte er noch nie gemacht, wie man so schön sagt *zwinker* Natürlich versuchte ich ihn abzurufen, obwohl mir klar war, dass es vergebene Mühe war. Nach einigen Minuten hörten wir plötzlich ein furchtbar lautes Aufschreien von Buddy und dann war es still. Rufen. Keine Reaktion. *schock* Ich habe sofort Rucksack und Kameratasche abgeworfen und versucht mir einen Weg hinunter durch das Gestrüpp zu Bahnen. Irgendwann kam er mir dann endlich völlig geknickt entgegen getapst, Brombeerranken um seinen Körper geheftet und wollte dass ich ihn befreie. Zum Glück war scheinbar wirklich nicht mehr passiert, als dass er mit Karacho in die Dornen gerannt und sich ordentlich weh getan hatte, ohne eine großere Verletzung *puh*
Der Schreck machte mir aber allzu deutlich, dass es so auf gar keinen Fall weiter gehen kann. Daran müssen wir also schleunigst arbeiten.

Habt ihr Erfahrungen mit derartigen Jagdambitionen und vielleicht Tipps mit welcher Methodik man das Problem am Besten angeht?


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2 Pfotenabdrücke

  1. Sehr schöner Artikel und toll, dass du auch schreibst, wenn man was nicht Friede-Freude-Eierkuchen ist. Anti Jagdtraining ist glaube ich kein Spaß, wenn ich das von unseren Bekannten aus der HuSchu sehe, die den Hund (der wiederum wirklich alles was ich bewegt nachjagt) versuche anderweitig zu motivieren.
    Ich dachte eigentlich auch immer das Pinscher zu 50% Jagdtrieb haben, oder eben nicht. (Zumindest bei den Großen hört man das immer wieder) Und ich hoffe bis jetzt auch, dass ich eher ein Exemplar ohne Jagdtrieb, dafür mit mehr Territorialverhalten (Auch kein Spass, aber anders) hier habe. Aber wie du schon sagst; es kann lange gut gehen und auf einmal findet er ne Fährte und ist weg. Darum wird wildes querfeldein (bzw. in den Wald rennen) unterbunden. Und wenn ich merke er stellt die Ohren mal ein paar Tage nur auf Durchzug, dann ist im Freilauf auch mal wieder 2 Wochen Schleppi angesagt, bis ich das Gefühl hab, sein Radius und seine Aufmerksamtkeit konzentrieren sich wieder auf mich. Ich habe dadurch auch festgestellt, dass wenn er trotz Abbruchsignal trotzdem die Gelegenheit hat loszusprinten, ich im Training wieder ziemlich weit zurück geworfen werde und die Schleppi, auf die ich mich dann drauf stellen kann, echt ne ganz gute Methode ist.

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  2. Schreck lass nach *puh* Ich hab mich sofort an diese schreckliche Situation von Chilli und mir an den Bahngleisen wieder vor Augen gesehen und kann echt gut nachempfinden, was du in diesen Sekunden/ Minuten nach Buddy's Aufquietschen, bis er wieder vor dir stand, durch gemacht hast.
    [mir läuft gleich selbst wieder ein kalter Schauer über den Rücken]
    Ein Glück es ist zu keinen größeren Verletzungen gekommen.

    Also ich hab mit Chilli sehr intensiv mit der Schleppleine gearbeitet, was aber nicht heißen soll, dass ihr Jagdtrieb jetzt überhaupt nicht mehr vorhanden ist, aber zumindest händelbar und in Wäldern, welche ich nicht kenne oder die sehr wildreich sind, bleibt sie an der Schleppi.

    Da Buddy ja aber ausschließlich auf Kaninchen reagiert, denke ich schon, dass du eine sehr reelle Chance hast, den kleinen Zwerg auf "Ausweichmöglichkeiten" umzulenken. ;-)

    Wäre denn das Arbeiten mit einer Schleppleine und Spiely eine Option für dich? Dann könnte ich dir auch gerne nochmal eine ausführlichere Mail schreiben, wie ich mit Chilli gearbeitet hab ;-)

    Liebe Grüße
    Jule

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