[So barfen wir.]

Mittwoch, Dezember 02, 2015

Vor einiger Zeit habe ich in einem Kommentar auf Sali's Blog von dem individuellen Charakter der Frisch-Fütterung gesprochen. Denn nicht nur das "Wissen was drin ist" wird von den meisten Barfern geschätzt, sondern auch die einfache Tatsache, dass man den täglichen Napf ganz wunderbar auf den eigenen Hund zuschneiden kann. Menge, Verhältnisse, Fleisch- und Gemüsesorten und die Auswahl an Knochen kann perfekt an die Bedürfnisse der Fellnase angepasst werden. Nachdem wir in unserem letzten Beitrag über's Barfen vor allem auf die Portionierung bei kleinen Rassen eingegangen sind, wollen wir euch heute ein wenig mehr davon berichten, was und wieviel wovon bei uns im Zwergennapf landet.


Die Grundrechnung des Barfens ist vermutlich den Meisten von euch geläufig. In der Regel füttert man 2-3% des Körpergewichts und unterteilt diese Menge nach der 70/30-Formel in Muskelfleisch&Innereien, Fleischige Knochen und Obst/Gemüse. 
In der Realität füttern manche mehr Gemüse, andere weniger und wieder andere ergänzen ihre Hundemahlzeiten mit Kohlenhydratquellen wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Oder sie haben einen Hund der besonders aktiv ist, vielleicht weil er Hundesport betreibt oder im Job gefordert wird und kommen mit 3% des Körpergewichts als Tagesbedarf nicht aus.

[WENN 2-3% NICHT AUSREICHEN]
Natürlich haben wir, als wir anfingen zu Barfen, all diese Regelwerte feinsäuberlich eingehalten. Jedes Gramm Fleisch wurde sorgfältig abgewogen und wir fütterten jeden Tag immer alles was Hund braucht, sprich Muskel, Knochen, etwas Innereien, Gemüse und einen Klecks Öl. Wir starteten damals mit 2,5% von Buddy's Körpergewicht und stellten schnell fest, dass er abnahm, statt zuzunehmen. Da wir gerade erst den jährlichen Gesundheitscheck & Impfen absolviert hatten, wusste ich, dass Herr Zwerg kerngesund war, also erhöhten wir in 0,5%-Schritten alle paar Wochen die Tagesration und landeten letztlich bei stolzen 4,5%.
Sicherlich könnt ihr euch vorstellen, dass ich über diese Zahl, die dann doch eindeutig fern von 2-3% lag, ein wenig verunsichert war *lach* Ich hakte also im Netz nach, fragte in unserem Barfladen und beim Tierarzt und erfuhr, dass es scheinbar gerade bei kleinen, aktiven und jungen Hunden häufiger notwendig ist einen höheren Prozentsatz täglich zu füttern. Gut zu wissen.
Mittlerweile hat Buddy sein ideales Gewicht erreicht und wir kommen mit 4% des Körpergewichts aus.

[VON HERZEN ZUM FRÜHSTÜCK UND DEM PANSENTAG]
Mit der Zeit habe ich natürlich die ein oder andere Lektüre zum Thema Barf verschlungen und kann vor allem die bekannte Broschüre BARF von Swanie Simon sowie das -bereits etwas ältere Buch- B.A.R.F von Schäfer/Messika empfehlen.
Schnell lernte ich, dass es nicht darauf ankommt, jeden Tag von Allem etwas zu Füttern, sondern vielmehr im Wochenplan zu denken. Einen Tag morgens und abends nur grünen Pansen oder Blättermagen, einen anderen Hühnerherzen plus Obst statt dem üblichen Napf zum Frühstück erleichtert die Fütterung und Portionierung gerade bei kleinen Hunden enorm.

[ZAHLEN, DATEN, FLEISCH]
Kommen wir nun zu dem, was täglich bei uns im Napf landet. 
Buddy wiegt aktuell 6,8kg was bei den bereits erwähnten 4% vom Körpergewicht eine 272g Tagesration ergibt. Wir füttern davon 70% Fleisch (190g) und 30% Obst/Gemüse (82g). Die Fleischportion wird abermals nach dem 70/30-Prinzip in fleischige Knochen und Muskelfleisch unterteilt, ergibt rein rechnerisch 133g fleischige Knochen und 60g Muskelfleisch. Praktisch und einfachheitshalber geben wir aber circa 125g Knochen und 70g Muskel, sowie 80g Obst & Gemüse. Etwas anschaulicher wird's hier:
Abends gibt es bei uns immer die Portion fleischige Knochen, da diese eine längere Verdauungszeit haben, als reines Muskelfleisch. Morgens wandern dann das Muskelfleisch und ein Großteil der Obst- bzw. Gemüsemischung in den Napf, so dass wir in etwa zwei gleichgroße Portionen füttern können. An einem Tag in der Woche ersetzten wir beide Mahlzeiten vorzugsweise durch grünen Pansen *yummy* und an mindestens einem Tag gibt es statt dem "normalen" Muskelfleisch Innereien zum Frühstück. Obst füttern wir nur an 1-2 Tagen in der Woche, da Buddy von den meisten Sorten sowieso kein Fan ist *hust* und geben an den anderen Tagen lieber saisonales Gemüse. Hin und wieder fügen wir der Mahlzeit ein Löffelchen Hüttenkäse, etwas Quark oder ein paar gehackte Nüsse bei. In jedem Fall gibt es zu jeder Mahlzeit ein wenig Öl (gerne nehmen wir hier Lachsöl, Leinöl oder Olivenöl), damit die Nährstoffe besser aufgenommen werden können.
Am liebsten würde ich auch noch einen "Fisch-Tag" etablieren, doch bisher war Herr Zwerg von Sardine&Co eher mäßig begeistert *räusper* so dass der Fisch-Tag eher zum Fastentag wurde *zwinker*

Welche Fleisch, Gemüse und Obstsorten bei uns besonders gern gefuttert werden, davon berichten wir euch beim nächsten Mal.
Alles Liebe,
Melody

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4 Pfotenabdrücke

  1. 272 g Tagesportion, davon kann Linda, die ja noch ein Stückchen größer und schwerer ist als Buddy, nur träumen. Bei uns sind es ca. 50 g Hundefutter (BARF), natürlich gepimpt mit dem, was Linda den Tag über so von mir noch bekommt (Essensreste, Leckerli). Insgesamt ergibt das dann natürlich mehr als 50 g am Tag, aber andere Hunde kriegen sicherlich auch noch jede Menge zugesteckt... ;)

    Und trotzdem habe ich immer mit ihrem Gewicht zu kämpfen. Wenn es nach ihr ginge, dann würde sie bestimmt schon mehr als 20 kg wiegen - lach. Obwohl Tiere, die nicht futtermäkelig sind, sicher einfacher zu händeln sind, tut es mir dennoch jeden Tag aufs Neue leid, auf ihr Gewicht achten zu müssen...

    LG Andrea

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    1. Ui, das ist ja wirklich eine kleine Portion! Allerdings finde ich es auch enorm, wenn ich vergleiche was Buddy futtern darf und was z. B. sein Labbi Onkel Duncan täglich bekommt.
      Aber der trottet eben bei seinen Gassirunden gemütlich vor sich hin, während Buddy immerzu trabt und rennt. Und wenn dann noch Ball oder Spiely ausgepackt werden gibt er Vollgas wie ein kleiner Windhund *lach*

      Liebste Grüße!

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  2. oh man warum hört sich das immer so kompliziert an :/ Ich würde auch gerne mit meiner Socke barfen aber das hört sich immer nach mega viel Arbeit und Geld an. :/

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    1. Anfangs dachte ich das auch! Aber wenn man einmal seine Portionen ausgerechnet und die Komponenten verinnerlicht hat ist es wirklich einfache Routine ;-) natürlich nimmt es mehr Zeit in Anspruch zu Portionieren und Obst&Gemüse vorzubereiten als eine Dose aufzumachen. Aber auf den Tag gerechnet sind es vielleicht 5-10min :-)

      Was die Kosten angeht, so ist es bei uns gleich teuer bzw. sogar günstiger, als TroFu oder Dosen zu füttern [je nach Hersteller]

      Ich kann euch Barfen wirklich nur empfehlen!
      Liebste Grüße!

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