[PinscherPerspektive] von Claudi&Jack

Samstag, November 07, 2015

voll.ver_jack_t, Claudi und Jack, Instagram, Pinscher, Hundefotografie
"Manche Beziehungen auf dieser Welt, sind so magisch dass man sie mit Worten kaum beschreiben kann aber versuchen möchte ich es dennoch, denn für mich ist es die Geschichte einer wirklich ganz großen Liebe. Eine Verbindung zwischen Mensch und Tier von der ich nie zu träumen gewagt hätte aber sie dennoch jeden Tag erlebe.



[Unsere Geschichte]

Im Sommer 2014 verfinsterte sich mein Leben schlagartig. Ich verlor auf üble Art und Weise meinen Job und fiel in tiefe Depressionen und Selbstzweifel. 
Ich hatte mehr Freizeit als Geld und alles war trist und still und grau, obwohl Hochsommer war und es allem um mich herum blendend ging.
Ich war so traurig und verloren, hatte keine Kraft für irgendwas. Für mich stand die Zeit still und die Decke fiel mir wortwörtlich auf den Kopf.
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In genau dieser Zeit erfuhr ich von einem kleinen Hund, dessen Familie in Trennung ging und nun Kind und Hund unter sich aufteilten. Der Vierbeiner ging mit dem Mann, das Kind mit der Mutter.
Aber wie es, leider viel zu oft in solchen Situationen ist, wurde der Hund zu viel und sollte weg.
Ein Familienmitglied, was schon mehrere Jahre bei ihnen war, sollte mir nichts dir nichts fortgegeben werden. 
Das zu hören brach mir das Herz. Ich nahm Kontakt auf und lies mir den kleinen Hund bringen. Diesen Tag, es war der 26. August 2014, werde ich niemals vergessen!
Man erzählte mir Einiges über ihn, das Übliche was einem eben erzählt wird wenn das Tier weg soll!
Er ist ganz lieb, mag Kinder, hat keine Probleme mit Katzen, ist stubenrein, etc.
Jeder der schon einmal Anzeigen gelesen hat, in denen Tiere abgegeben werden, weiß sicher was ich meine. 
Man bemühte sich sehr mir das kleine Kerlchen schmackhaft zu machen. Auf die Worte gab ich nichts, ich sah nur den kleinen Zwerg wie er mit schlechtem Fell und wenig auf den Rippe umherflitzte und die Unschuld in Person war. Und ich wollte nicht, dass er wieder weggehen muss. 
Ich schickte die Leute fort und behielt ihn bei mir. Es war die beste Entscheidung meines Lebens!!

Wir starteten turbulent in unser gemeinsames neues Leben. Noch am gleichen Tag zog ich mit ihm los und musste alles besorgen was so ein Hund eben benötigt. 
Futter, Näpfe, Leine, Halsband, Kissen, Körbchen. Das volle Programm. Ich kratzte alles Geld, was mir durch die Arbeitslosigkeit übrig blieb, zusammen und holte nur das Beste für ihn. 
Für meinen kleinen Jack. (Dieser Name wurde ihm übrigens gegeben. Ich wollte ihn nie ändern.) Es war so absurd! Ich war zuvor ein Jahr im Ausland, 
wollte dort einen Hundetrainer-Schein machen, und habe mit vielen Tieren gearbeitet. Doch nie war ich in der Lage selbst einen Hund zu halten und plötzlich 
läuft da so ein kleiner Knopf neben mir an der Leine daher. Immer wieder musste ich nach unten blicken und mich vergewissern, dass er auch tatsächlich noch da ist und nicht wie im Traum verpufft.

Der Hund blieb, der Traum verpuffte nicht, alles stand Kopf und ich war total glücklich.
Ich hatte eine Aufgabe und die Fellnase zog mich aus meinem Loch und forderte mich.

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Jack brachte viele Baustellen mit, besonders emotionale seinerseits. Er hatte panische Angst vor dem Staubsauger, Besen und Mülltüten. Er konnte nur das Kommando "sitz" und sonst kein anderes.
Es benötigte 3 Monate intensiven Trainings gegen seine Ängste und um ihm die weiteren Grundkommandos beizubringen. 
Außerdem war er leider sehr abgemagert und hatte eine verwachsene, da ehemals gebrochene, Rippe. Von der ich lieber nie wissen wollte woher sie kommt, 
es mir aber aufgrund der Tatsache, dass er anfangs nie durch halboffene Türen ging, denken kann!!
Ich musste ihn jeden Tag bestärken und ihm helfen ein mutiger kleiner Hund zu werden, was unsere Bindung auch so enorm gefestigt hat.

Mittlerweile hat er so gut wie keine Probleme mehr mit sich und seiner Umwelt, einzig dass er manchmal wirklich sehr unkonzentriert ist bringt mich ab und an zum Verzweifeln. 
Doch bringt er mein mich jeden Tag mit seinem unerschütterlichem Glaube an das Gute in Jedem und mit seiner endlosen Treue zum Schmelzen. 
Sein Herz ist so gut und so rein, dass er vor Unschuld nur so strotzt und er gibt sich täglich die größte Mühe ein superlieber Hund zu sein. 
Wenn er die Wahl hat, dann sucht er immer meine Nähe und wenn ich den Raum verlasse oder aus Sichtweite gehe bekommt er die Krise. 
Und mir geht es anders herum ebenso. Außerhalb der Arbeit versuche ich stets ihn bei mir haben zu können und ihn in so viele Aktivitäten wie möglich zu integrieren. 
Er ist einer der größten Bestandteile meines Lebens und am Wichtigsten ist es mir ihn glücklich zu sehen.

[Unsere Fotografie]

Mein Tag ist zu 90% komplett ihm gewidmet, ob mit Training oder kuscheln oder großen Spaziergängen in der Natur. Ich liebe es mich mit ihm in den Wäldern zu verlieren und stundenlang umher zu streifen, fern ab der Menschen. 
Ich schätze diese Zeit so sehr, denn sie gibt mir Kraft und Entspannung. Irgendwann konnte ich seiner Niedlichkeit nicht mehr standhalten und begann mit dem Handy Schnappschüsse von ihm an den Orten aufzunehmen die wir erkundeten. Doch als gelernte Mediengestalterin entwickelt man schon an den kleinsten Dingen oft großen gestalterischen Anspruch und ich kam natürlich zu dem Punkt, an dem mir die "schlechte Qualität" der Handyfotos zu schaffen machte. Eine Kamera musste her!
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Ich war bereits im Besitz einer Spiegelreflexkamera, welche mir vor einigen Jahren fieser Weise jedoch geklaut wurde, und wollte auch nicht nochmal auf ein so großes Gerät zurückgreifen.
Denn meiner Meinung nach ist Fotografie, wenn man sie nur als Hobby betreibt, eine recht teure Angelegenheit.
Ich entschied mich für eine System-Kamera und stieg auf eine kleine kompakte Sony alpha5000 mit einer 60mm Festbrennweite um, die mir auf unseren Wanderungen nicht zu sperrig und schwer ist. Im Frühjahr 2016 kommt dazu noch eine 30mm Festbrennweite mit einer f2.8 Blende. 
Für mich ist die Blende von großer Bedeutung, da ich am liebsten in bewaldeten Gegenden mit Jack fotografiere und die Linse die oft durchwachsenen Lichtverhältnisse des Waldes ausgleichen können muss.
Der größtmögliche Lichteinlass ist bei uns auch sehr wichtig, damit ich die Auslösegeschwindigkeit so schnell wie möglich stellen kann, um meinen Zappeljack auf Bildern festhalten zu können. Sobald er nämlich erst einmal posieren soll ist jeder Quadratmillimeter um ihn herum eine Million mal spannender als bei einem normalen Spaziergang! Gestellte Fotos sind daher quasi nicht möglich und ich muss aufmerksam mit der Kamera um ihn herumschleichen um meine Schnappschüsse zu landen. Doch man wächst mit seinen Aufgaben und mittlerweile habe ich mich mit Jack gut eingegroovt.

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Ich mag die Herausforderung und das Abenteuer und beides bietet mir der Zwerg zur Genüge.

Ein Leben ohne ihn kann ich mir nicht mehr vorstellen, er ist der beste Begleiter und Kumpel den ich mir nur wünschen kann und hat mich komplett um seine Pfote gewickelt!"

Wir möchten uns nochmal herzlich bei Claudi&Jack für ihren Artikel bedanken! Wer von den Beiden und ihren Fotos genauso begeistert ist, wie wir, der schaut am Besten gleich auf ihrem Instagram-Account vorbei!

***Das Copyright aller in diesem Artikel verwendeten Fotos liegt bei Claudi von voll.ver_jack_t

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2 Pfotenabdrücke

  1. Wow, eine wirklich tolle, wenn auch zu Anfang sehr traurige Geschichte, welche ja aber zum Glück mit einem Happy End endet. :-)
    Sie hat mich wirklich sehr berührt, kam mir beim Lesen doch so einiges bekannt vor...

    Wir wünschen dir und Jack alles erdenklich Gute und noch viele gemeinsame hundestarke Abendteuer und werden uns weitere eurer tollen Bilder auf Instagram anschauen. :-)

    Jule & Chilli

    AntwortenLöschen
  2. Danke Jule und Chilli für euer Feedback :-)
    Manchmal entsteht auch aus etwas Schlechtem etwas sehr Gutes. Ich bin dankbar für den Lauf der Dinge und weiß im Nachhinein, dass alles einfach genau so kommen musste. Das hat mein Leben bereichert und Jacks definitiv auch!

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