Von DogBlogs und bloggenden Hunden

Dienstag, März 24, 2015

Die liebe Franziska von Feingemacht-Hundestyling hat gestern einen Artikel über Hundeblogs veröffentlicht der mich zum Grübeln brachte. Hier geht es um den Sinn und Unsinn von sprechenden Hunden, alltäglichen Geschichten und der Jagd nach Leserzahlen. Während sie bloggende Hunde komisch findet und alltägliche Geschichten oft nervig, bin ich doch der Meinung, dass gerade dies den DogBlog ausmacht.

Zeit für mich, sich einmal näher mit dem Gedanken hinter dem Hundeblog auseinanderzusetzen.



DogBlog - ein Blog vom Dog?
Wenn man die Definitión von "Blog" einmal genauer betrachtet, dann handelt es sich um ein "Weblog (Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch)" was bedeutet "ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt." (Wikipedia, 2015)
Desweiteren "Der Blogger steht als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben." (ebd.)

Soweit so gut. Also ist der Blog im klassischen Sinne ein persönliches Tagebuch, geführt vom Blogger. Das kennt man z. B: von Reiseblogs in welchen der Weltenbummler seine Fotos, Geschichten und Erlebnisse mit den Daheimgebliebenen und jedem Interessierten teilt.

Nun haben wir den Fall DogBlog.
Überträgt man diese ursprüngliche Definition des Blogs auf unseren Hundeblog könnte man also sagen:
Der DogBlog ist ein öffentlich einsehbares Journal, in dem der Blogger aus der Ich-Perspektive Gedanken teilt, Aufzeichnungen führt, usw. Darunter fallen also alltägliche tagebuchartige Einträge ebenso wie gesonderte Artikel, über Dinge, über die sich Blogger Gedanken macht.
Doch wer ist in unserem Fall der Blogger? Ist es der Mensch? Der Hund? Beide?

Ich behaupte mal: Ja.
Der Hund, der Mensch und alle Beide

Doch was bringt uns dazu unsere Hunde bloggen zu lassen?
Wenn gestandene Journalisten wie Maximilian Pisacane von Gassireport ihrem Hund eine Stimme verleihen, um, in diesem Fall, Doggen-Mix Rico höchstpersönlich aus dem Nähkästchen plaudern zu lassen oder Ricarda von Und dann kam Lilly.... vom aller ersten Tag an schon mehr als drei Jahre lang ihr Punktemädel zu Wort kommen lässt -dann muss da doch irgendwas dran sein.... an den bloggenden Hunden.

Ich glaube, die Wenigsten setzen sich hin und denken sich "ich schreibe nun mit niedlichen Worten aus Sicht meines Hundes über jeden Grashalm der am Wege wächst"
Wie eine Dogbloggerin kürzlich sagte, entschied sie sich ursprünglich aus Hundesicht zu berichten, damit sich Hundeneulinge besser in ihre Hunde hereinversetzten könnten und das Ganze nicht so belehrend wirke.
  Ich für meinen Teil habe das einfach so -ohne viel nachdenken- begonnen, da wir beim mailen mit Buddys Welpenfamilie auch gern mal aus der DogPerspektive berichteten und mir das Schreiben von verschiedenen Themen so leicht von der Hand ging, locker rüberkam und einfach gute Laune machte.
Gerade beim heranwachsenden Hund bemerke ich, wie sich auch der Schreibstil ganz beiläufig verändert, vom niedlichen kleinen Welpen zum jungen Erwachsenen der den Mädels hinterher guckt und gerne mal austestet was geht und was nicht *haha*

Und das führt mich zu einem wesentlichen Punkt der bloggenden Hunde:
Auf keine andere Weise, lassen sich die feinen Nuancen von Entwicklung, Beziehung und Alltäglichem ohne große Worttiraden und steife Beschreibungen transportieren, als aus der hündischen Ich-Perspektive. Direkt. Charmant. Prägnant.

Langweiliges Alltagsgewäsch?
Was den Inhalt anbelangt, so kann es nicht jeden Tag eine Topstory geben, doch auch in den kleinen Alltagsgeschichten verstecken sich so oft kleine feine Details, die jeden Beitrag lesenswert machen. Es kommt immer darauf an, was man für sich selbst mitnimmt.
Denn der Grashalm am Wegesrand kann den Frühling und die Zeckensaison ankündigen, an einer super Gassiroute liegen, gerade zum ersten Mal mit gehobenem Bein markiert worden sein (der Beginn einer neuen Ära *hehe*), traumhaft fotografiert worden sein- oder, oder, oder.
In jeder Alltagsgeschichte verstecken sich Informationen zu Hundehaltung, Mensch-Hund-Beziehung, Entwicklung und selbst zu Produkten.


Und was ist nun mein Fazit zu den DogBlogs und bloggenden Hunden?
Ich bin ein Fan von bloggenden Hunden. Und von alltäglichen Geschichten.
Was für mich einen guten DogBlog ausmacht, ist die richtige Mischung aus Alltagsgeschichten, Themenartikeln mit Denkanstoß, Informationen und persönlichen Erfahrungen. Auch Kooperationen und Produkttests lese ich gerne - wenn sie denn eine eigene Note haben und liebevoll ausgewählt wurden. 
Wie diese Beiträge verfasst werden, ob aus Hunde- oder Menschensicht, das ist für mich eher zweitrangig, es kommt vielmehr auf den Gesamtstil an. 
Wenn ich objektive Informationen brauche, dann ziehe ich auch objektive Quellen heran.
Was ich in den Hundeblogs suche, dass sind keine 08/15 Abhandlungen über Standardthemen oder Artikel die nur verfasst wurden, um zu provozieren.
Ich bin auf der Suche nach dem Persönlichen, den eigenen Erfahrungen, Geschichten die mich zum Schmunzeln bringen oder mir neue Ideen in den Kopf setzten. Ich schaue mir gerne tolle Fotos an, verfolge die Entwicklung der anderen Bloghunde und ihrer Menschen und lerne so immer wieder etwas dazu.

Und was bedeutet das DogBloggen für mich? Es ist vor allem ein Ausgleich und Abwechslung. Ausleben von Kreativität.
Das, was ich in den letzten Jahren geschrieben habe, sind in erster Linie trockene, rationale Essays, Seminararbeiten und Vortragsverschriftlichungen. Wenn ich nun Buddy aus seiner Sicht von den "*yummy* leckeren Hähnchenhälsen *sabber*" oder dem "*yippie* Flitzespass" berichten lasse bedeutet das für mich Entspannen. Abschalten. Und -vor allem- Erinnerungen schaffen.


 Alles Liebe,
Buddy's Frauchen



Dieser Beitrag stellt einzig und allein meine persönliche Sichtweise dar.
Andere, von mir genannte oder zitierte, Personen stehen in keinerlei direktem Zusammenhang mit der hier von mir vertretenen Position.

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13 Pfotenabdrücke

  1. Sehr schön gewählte Worte - ganz genauso sehe ich das auch (und vielen Dank für die Verlinkung :-) )!

    Liebste Grüße

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  2. Lieber Buddy,

    du sprichst mir aus der Seele. Stell dir vor, wie langweilig all unsere Posts wären, würden die Menschen sie aus ihrer Sicht schreiben. Es ist nur gut, dass hier jeder selbst entscheiden kann, wer, wann, wo und wie bloggt.

    Wuff-Wuff dein Chris, der sich auch noch gut ans erste Beinchen heben erinnern kann :-)

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  3. Danke für den wirklich guten Artikel!!!! Auch meiner Vi hat dieser Beitrag irgendwie Bauchschmerzen bereitet. Und sie hat über den Sinn nachgedacht und sich gefragt, ob sie das richtige tut. Oder ob sie vielleicht alle langweilt mit meinen alltäglichen Geschichten. Bei unserem gestrigen Post hat sie so viel darüber nachgedacht, dass ihr irgendwie dann der Spaß gefehlt hat mit dem sie sonst immer schreibt. Auch über die Art, also aus der perspektive von dem Hund zu schreiben hat sie viel drüber nachgedacht. Natürlich ist es jedem klar, dass Wauzels nicht schreiben können, aber wie du schon schreibst: nur so kann man die Geschichten richtig rüber bringen.
    Die Gedanken bleiben wohl erst noch. Es sollte doch Spaß machen zu bloggen...

    Schlabbergrüße Bonjo und Frauchen Vicky

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  4. Ihr Lieben, danke für Eure Denkstöße ;)
    Dein Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht, vor allem darüber, warum ich das ganze mache.
    Das Bloggen ist aus einer Laune heraus entstanden und es ist (wie im ursprünglichen Sinne gedacht und von dir zitiert) eine Art Tagebuch für mich. Sicherlich ist Milo der Hauptcharakter auf unserem Blog, und dennoch ist mein Leben viel zu vielfältig, als dass es nur über Hundegeschichten geht. Ich blogge über alles, was ich gerne mache - und das ist weitaus mehr als sich nur mit Hundethemen zu beschäftigen. Ich sehe das Bloggen als mein persönliches Tagebuch, an welchem ich gerne die Leute teilhaben lasse - und die, die es nicht interessiert, müssen es ja nicht lesen ;) Das Bloggen ist ein Hobby für mich, und nicht mein Beruf. Daher mache ich das nur so oft und so lange, wie ich lustig bin - und um Leserzahlen kümmere ich mich nicht wirklich, das würde mich nur unter Druck setzen und mir dieses Hobby eventuell vermiesen. Ich möchte so frei wie möglich sein, denn letztendlich ist es nur ein Tagebuch, womit ich kein Geld verdienen möchte (dafür habe ich ja meinen Job). Und genau so handhabe ich es auch mit Kooperationen - wenn sie zu uns passen, ich lustig bin und Zeit habe - gerne. Ansonsten eben nicht.
    Es gibt immer verschiedene Meinungen - und das ist auch gut so. Würde man sich immer nur um die Meinung anderer kümmern, wäre diese Welt herzlich eintönig.
    Ich persönlich lese viel auf Blogs, und das sind nicht nur Hundeblogs. Ich fühle mich "Hundeleuten" zwar eher verbunden, aber interessiere mich auch für andere Dinge. Ich mag Geschichten aus Hundesicht sehr gerne, denn das lenkt ein bisschen von der Realität ab und zeigt einfach nur, wie schön und unkompliziert das Leben sein kann.
    Über "notwendig" oder nicht, muss nun wirklich nicht diskutiert werden - denn das sind die Hälfte aller Blogs nicht und dennoch "laufen" sie gut. Warum? Weil Menschen sich auch und vor allem mit Dingen abgeben, die NICHT notwendig sind!

    In diesem Sinne, wir freuen uns weiterhin auf viele "notwendige" und "unnötige" Hundegeschichten! ;)
    Katharina&Milo

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  5. "Auf keine andere Weise, lassen sich die feinen Nuancen von Entwicklung, Beziehung und Alltäglichem ohne große Worttiraden und steife Beschreibungen transportieren, als aus der hündischen Ich-Perspektive. Direkt. Charmant. Prägnant." Was für ein toller Satz... ;)

    Ich habe den feingemacht-Artikel auch gelesen und mich natürlich gefragt, was will uns Franziska eigentlich sagen? Sicherlich kann jeder selbst entscheiden, was ihm gefällt und was er lesen will. In der (Gott sei Dank) breiten Bloggerlandschaft ist ja für jeden etwas dabei. Im Prinzip gleicht mein Leseverhalten Deinem, auch wenn ich persönlich nicht nur aus Lindas Sicht blogge...

    Vielleicht sollte sich Franziska auch mal überlegen, wer ihre Artikel eigentlich liest und ihr damit erst den Luxus hochwertiger Produktüberlassungen ermöglicht. Ich würde mal behaupten, zu einem Großteil sicherlich auch die Blogger, deren Sprachmittel oder Blogstyle nicht gerade zu ihren Favoriten zählen. Denn auch, wenn man kein Geld nimmt, die Ware nimmt man ja schon... ;)

    Das noch dazu

    LG Andrea mit Linda

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  6. Ich gebe dir da voll und ganz recht.
    Als ich mit dem bloggen angefangen habe, habe ich das für mich und meine Familie gemacht, weil sie sich auch immer für die täglichen Abenteuer meiner Muckels begeistert haben und Bilder sehen wollten. Wenn ich ehrlich bin war ich sogar ziemlich überrascht das auch anderen meine Geschichten gefallen haben und ich mittlerweile regelmäßige Leser habe. Und es werden mehr.
    Ich blogge, weil es mir Spaß macht und schreibe in dem Stil, der mir gefällt. Ja, ich gebe den Muckels eine Stimme und lasse sie erzählen, so wie ich denke das sie es erlebt haben könnten. Und wem das nicht gefällt, tja der muss das ja nicht lesen.
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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  7. Ich bewundere Euren Mut, einen solchen Beitrag zu schreiben. Richtig ist es und auch notwendig. Ich danke Euch und allen, die den Artikel, den Du hier ansprichst kommentiert haben. Ich teile die Meinungen größtenteils.

    Jeder hat das Recht seine Meinung zu schreiben, aber ich finde es recht respektlos zu schreiben, dass es „viele schlechte und sinnlose Blogs“ gibt. Dieser Satz schafft es, die vielleicht guten Aspekte des Artikels nicht wahrzunehmen. Bei mir ist es so. Wer bitte entscheidet denn, was gut und was schlecht ist? Und für die Blogger ist nichts sinnlos und schlecht, was mit ihrem Hund zu tun hat.

    Die Qualität eines Blogs und seiner Beiträge liegt immer im Auge des Betrachters. Und das ist gut so. Bloggen und Bloggen lassen und vielleicht mit etwas mehr Respekt, Augenmaß und Wohlwollen an einen Beitrag gehen, das wünschte ich mir.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  8. Danke.... Deinem Artikel habe ich nichts hinzuzufügen.
    Es macht Spaß aus Hundesicht zu schreiben und dem Hund auch so mal eine freche Stimme zu geben und sich dadurch auch mal selbst auf die Schippe zu nehmen.
    Ich lese abwechslungsreiche Blogs auch viel lieber und vorallem die, bei denen ein wenig Professionalität fehlt aber dafür umso mehr Kreativität drinsteckt :)
    Beste Grüße
    Sophia und Joko, der auch gerne mal über das blöde Frauchen schreibt ;)

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  9. Ich habe gerade den Post von Franziska gelesen...
    Naja...
    naja....
    für mich sehr widersprüchlich und irgendwie nicht "feingemacht"
    Wie? Warum?
    Ganz einfach:
    Wenn mir etwas nicht gefällt in meiner Freizeit, dann mache ich eben etwas anderes.
    Wenn es nervt, warum schaue ich dann?
    Vielleicht um genervt zu sein?
    Und dann noch darüber zu schreiben?
    Ich wäre traurig, verletzt , sauer... wenn jemand so über meinen Blog schreiben würde...
    Worte wie sinnlos und Co sind nicht nicht fein.
    Bestimmt nicht! Ich würde mir auch keine Meinung anmaßen, wie oft Blogger etwas schreiben . Täglich? Wöchentlich? Sporadisch?

    So nun schaue ich mal in den Hundeblog... auch wenn die Hunde "selbst" schreiben...

    Buddy gib Frauchen ein Schlabberbussi
    Sie hat einen tollen Post geschrieben

    Und die Kommentare sind supi

    Wuff Tibi

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  10. Wow, super dass du dich getraut hast so einen Post zu schreiben. Ich fühlte mich (auch) angesprochen, denn meinem kleinen Rennmops gebe ich über meinen Blog auch eine Stimme. Und ich genieße es so!!! Wenn ich einen Post schreibe und mich in die Lage von Molly versetze, sitze ich so oft schmunzelnd vor dem Laptop, einfach herrlich :) Ich persönlich, lese auch seeeeeehr gerne bei anderen, die den Vierbeinern die Stimme überlassen. Meine Meinung ;)
    Das Bloggen ist und bleibt für mich ein Hobby, dem ich nach Lust und Laune nachgehe, wann ich möchte! Wenn ich mal 2 oder 3 Tage oder auch länger nichts schreibe, ja dann ist es so :)

    Also ich finde Buddy einfach nur klasse, Molly würde ihn sicher auch mögen ;)

    Liebe Grüße Rebecca & Molly

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  11. Vielen Dank für eure zahlreichen und ausführlichen Kommentare!
    Darüber habe ich mich sehr gefreut, da mir dieses Thema wirklich am Herzen lag und ich glaube, dass es wichtig ist, seine Meinung auch mal auf den Punkt zu bringen -egal was andere darüber denken könnten.
    Franziska hat im Grunde dasselbe getan... und nun weiß jeder woran er ist.

    Liebste Grüße,
    Buddy's Frauchen

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    Antworten
    1. Ja toll dass ich Anstoß für eine Diskussion war. Und by the Way, ich spende meine Produkttest an Menschen und Vereine, die es nötig haben! Ich mache es nur nicht öffentlich und prahle damit herum. Was soll mein Hund auch mit so viel Zeug! Ich blogge aus beruflichen Gründen Und stehe zu meiner Meinung! Liebe Grüße an Buddy, Franzi

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  12. Super geschriebener Artikel dem ich nichts weiter hinzuzufügen habe, denn ich sehe es ganz genau so wie du.
    Liebe Grüße

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