Von DogBlogs und bloggenden Hunden

Die liebe Franziska von Feingemacht-Hundestyling hat gestern einen Artikel über Hundeblogs veröffentlicht der mich zum Grübeln brachte. Hier geht es um den Sinn und Unsinn von sprechenden Hunden, alltäglichen Geschichten und der Jagd nach Leserzahlen. Während sie bloggende Hunde komisch findet und alltägliche Geschichten oft nervig, bin ich doch der Meinung, dass gerade dies den DogBlog ausmacht.

Zeit für mich, sich einmal näher mit dem Gedanken hinter dem Hundeblog auseinanderzusetzen.



DogBlog - ein Blog vom Dog?
Wenn man die Definitión von "Blog" einmal genauer betrachtet, dann handelt es sich um ein "Weblog (Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch)" was bedeutet "ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt." (Wikipedia, 2015)
Desweiteren "Der Blogger steht als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben." (ebd.)

Soweit so gut. Also ist der Blog im klassischen Sinne ein persönliches Tagebuch, geführt vom Blogger. Das kennt man z. B: von Reiseblogs in welchen der Weltenbummler seine Fotos, Geschichten und Erlebnisse mit den Daheimgebliebenen und jedem Interessierten teilt.

Nun haben wir den Fall DogBlog.
Überträgt man diese ursprüngliche Definition des Blogs auf unseren Hundeblog könnte man also sagen:
Der DogBlog ist ein öffentlich einsehbares Journal, in dem der Blogger aus der Ich-Perspektive Gedanken teilt, Aufzeichnungen führt, usw. Darunter fallen also alltägliche tagebuchartige Einträge ebenso wie gesonderte Artikel, über Dinge, über die sich Blogger Gedanken macht.
Doch wer ist in unserem Fall der Blogger? Ist es der Mensch? Der Hund? Beide?

Ich behaupte mal: Ja.
Der Hund, der Mensch und alle Beide

Doch was bringt uns dazu unsere Hunde bloggen zu lassen?
Wenn gestandene Journalisten wie Maximilian Pisacane von Gassireport ihrem Hund eine Stimme verleihen, um, in diesem Fall, Doggen-Mix Rico höchstpersönlich aus dem Nähkästchen plaudern zu lassen oder Ricarda von Und dann kam Lilly.... vom aller ersten Tag an schon mehr als drei Jahre lang ihr Punktemädel zu Wort kommen lässt -dann muss da doch irgendwas dran sein.... an den bloggenden Hunden.

Ich glaube, die Wenigsten setzen sich hin und denken sich "ich schreibe nun mit niedlichen Worten aus Sicht meines Hundes über jeden Grashalm der am Wege wächst"
Wie eine Dogbloggerin kürzlich sagte, entschied sie sich ursprünglich aus Hundesicht zu berichten, damit sich Hundeneulinge besser in ihre Hunde hereinversetzten könnten und das Ganze nicht so belehrend wirke.
  Ich für meinen Teil habe das einfach so -ohne viel nachdenken- begonnen, da wir beim mailen mit Buddys Welpenfamilie auch gern mal aus der DogPerspektive berichteten und mir das Schreiben von verschiedenen Themen so leicht von der Hand ging, locker rüberkam und einfach gute Laune machte.
Gerade beim heranwachsenden Hund bemerke ich, wie sich auch der Schreibstil ganz beiläufig verändert, vom niedlichen kleinen Welpen zum jungen Erwachsenen der den Mädels hinterher guckt und gerne mal austestet was geht und was nicht *haha*

Und das führt mich zu einem wesentlichen Punkt der bloggenden Hunde:
Auf keine andere Weise, lassen sich die feinen Nuancen von Entwicklung, Beziehung und Alltäglichem ohne große Worttiraden und steife Beschreibungen transportieren, als aus der hündischen Ich-Perspektive. Direkt. Charmant. Prägnant.

Langweiliges Alltagsgewäsch?
Was den Inhalt anbelangt, so kann es nicht jeden Tag eine Topstory geben, doch auch in den kleinen Alltagsgeschichten verstecken sich so oft kleine feine Details, die jeden Beitrag lesenswert machen. Es kommt immer darauf an, was man für sich selbst mitnimmt.
Denn der Grashalm am Wegesrand kann den Frühling und die Zeckensaison ankündigen, an einer super Gassiroute liegen, gerade zum ersten Mal mit gehobenem Bein markiert worden sein (der Beginn einer neuen Ära *hehe*), traumhaft fotografiert worden sein- oder, oder, oder.
In jeder Alltagsgeschichte verstecken sich Informationen zu Hundehaltung, Mensch-Hund-Beziehung, Entwicklung und selbst zu Produkten.


Und was ist nun mein Fazit zu den DogBlogs und bloggenden Hunden?
Ich bin ein Fan von bloggenden Hunden. Und von alltäglichen Geschichten.
Was für mich einen guten DogBlog ausmacht, ist die richtige Mischung aus Alltagsgeschichten, Themenartikeln mit Denkanstoß, Informationen und persönlichen Erfahrungen. Auch Kooperationen und Produkttests lese ich gerne - wenn sie denn eine eigene Note haben und liebevoll ausgewählt wurden. 
Wie diese Beiträge verfasst werden, ob aus Hunde- oder Menschensicht, das ist für mich eher zweitrangig, es kommt vielmehr auf den Gesamtstil an. 
Wenn ich objektive Informationen brauche, dann ziehe ich auch objektive Quellen heran.
Was ich in den Hundeblogs suche, dass sind keine 08/15 Abhandlungen über Standardthemen oder Artikel die nur verfasst wurden, um zu provozieren.
Ich bin auf der Suche nach dem Persönlichen, den eigenen Erfahrungen, Geschichten die mich zum Schmunzeln bringen oder mir neue Ideen in den Kopf setzten. Ich schaue mir gerne tolle Fotos an, verfolge die Entwicklung der anderen Bloghunde und ihrer Menschen und lerne so immer wieder etwas dazu.

Und was bedeutet das DogBloggen für mich? Es ist vor allem ein Ausgleich und Abwechslung. Ausleben von Kreativität.
Das, was ich in den letzten Jahren geschrieben habe, sind in erster Linie trockene, rationale Essays, Seminararbeiten und Vortragsverschriftlichungen. Wenn ich nun Buddy aus seiner Sicht von den "*yummy* leckeren Hähnchenhälsen *sabber*" oder dem "*yippie* Flitzespass" berichten lasse bedeutet das für mich Entspannen. Abschalten. Und -vor allem- Erinnerungen schaffen.


 Alles Liebe,
Buddy's Frauchen



Dieser Beitrag stellt einzig und allein meine persönliche Sichtweise dar.
Andere, von mir genannte oder zitierte, Personen stehen in keinerlei direktem Zusammenhang mit der hier von mir vertretenen Position.

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