Reihe "Herkunft Hund": Von Welpen und Menschen

©Buddy und Ich
Einen Hund als Welpen, aus zweiter Hand oder sogar aus dem Ausland aufnehmen?
Diese Frage muss sich jeder Interessent früher oder später stellen.
Doch welchen Unterschied macht es für die Mensch-Hund-Beziehung ob man einen Welpen von klein auf groß zieht oder aber einem Vierbeiner eine zweite Chance gibt, der schon das ein oder andere erlebt hat?






Für unseren ersten Teil der Reihe "Herkunft Hund" haben wir mit DogBloggerin Sophia über ihre Erlebnisse mit Australian Shepherd Rüden Joko gesprochen.
Joko zog als quirliger Welpe in Sophias Leben ein und brachte neben seinem frechen Blick und kuscheligen Babyfell auch eine Menge Trubel mit.



Hallo Sophia, bevor es ans Eingemachte geht, erzähl uns doch erstmal ein wenig über euch und wie ihr beiden euch kennengelernt habt.
Da gibt es als Hauptprotagonisten erstmal Joko, einen 20 Monate alten, rotzfrechen Australian Shepherd Rüden und dann als Nebenschauspieler – das notwendige Übel - Sophia. 
Wir schreiben seit Dezember mehr oder weniger regelmäßig über Jokos Schandtaten in unserem Blog „Joko – jetzt shepherds“ und kommen aus Südhessen.

EIGENTLICH wollten wir nur Welpen anschauen fahren und EIGENTLICH wollten wir eine recht ausgeglichene Hündin und ja EIGENTLICH wollten wir auch noch nicht mit Hund wieder nach Hause fahren…
Also ihr könnt euch ja jetzt denken wie viel von unseren geplanten Vorsätzen funktioniert haben.
Genau!
 - wir sind mit dem Rüden, der bei der Züchterin knabbernd am Bein mitgeschleift wurde, an jenem Tag nach Hause gefahren.
Nichts geplant, nichts vorbereitet – und das ist normal so gar nicht meine Art. 
Ab dem Tag stellte klein Joko unsere Bude auf den Kopf. 
Es ist ja nicht so als wäre keine Hundeerfahrung vorhanden gewesen. Und es ist ja auch nicht so als hätten wir bewusst einen Australian Shepherd gewollt – aber mit Joko ist man dann doch eindeutig zu oft an seine Grenzen gestoßen :-)


Ohje, das klingt ja nach jeder Menge Arbeit! Aber schauen wir erstmal zurück zum Anfang. Wie kam es eigentlich bei euch zu der Entscheidung, dass es ein Welpe sein soll, der bei euch einzieht?
Das bei uns irgendwann ein Hund ins Haus kommt stand für uns beide direkt fest. Die Frage war immer nur, nach dem richtigen Zeitpunkt. 
Als wir uns entschieden, dass damals der richtige Zeitpunkt gekommen war, durchstöberte ich das Internet nach Züchtern und aktuellen Würfen. Wenn einen Hund ins Haus kommt, dann einen Welpen und einen Australian Shepherd noch dazu. Wir wollten von Anfang an die Entwicklung miterleben und die Erziehung selbst in die Handnehmen.

Stichwort Erziehung - du hast erzählt, dass Joko euch regelmäßig an eure Grenzen brachte. Was waren -zurückblickend- die größten Anfangsschwierigkeiten, die dir am meisten zu schaffen gemacht haben?
Also bei uns gab es zugegebener Maßen einige Schwierigkeiten.
Die Größte war: wie bekommen wir diesen Hund endlich stubenrein? 
Joko ließ alles laufen und hatte keine Hemmung uns noch mit einem halben Jahr regelmäßig die Wohnung nass zu machen. Das ging so weit, dass wir uns Sorgen machten, etwas könnte mit seiner Blase nicht stimmen. Es war schon ein bisschen albern, dass der Hund Sitz, Platz, Bleib und Rolle konnte aber noch nicht stubenrein war. 

Zudem ist Joko einfach von Anfang an ein Hibbelchen gewesen, der ganz schwer zur Ruhe kommt. An diesem Problem arbeiten wir heute noch und sind zumindest schon ein gutes Stück weiter gekommen.



Wir können also festhalten: ein Welpe bedeutet eine Menge Arbeit -vor allem wenn er Joko heißt^^
Nun haben wir bisher nur über Probleme gesprochen. Aber es gibt doch ganz bestimmt auch besonders schöne Augenblicke mit deinem Joko...
Die schönsten Momente sind für mich, wenn Joko sich zu uns auf die Couch legt und Nähe sucht. Denn dies war so selten der Fall, dass ich schon immer etwas traurig war, wenn mein Hund sich weder streicheln noch kuscheln ließ ohne gleich anzufangen wild und spielend um sich zu greifen. 
So gering dieser Moment für andere klingen mag, ist es für mich heute immer noch ein unheimlich wunderbares Gefühl, wenn Joko von sich aus mal kommt und seinen Kopf auf meinen Schoß legt und einfach mal Nähe sucht. 

Ungeachtet dessen, schenkte uns Joko von Welpe an so viele Momente in denen wir einfach - zugebenermaßen - über ihn gelacht haben. Egal wie frech er ist, man kann einfach immer irgendwie schmunzeln. Er lässt sich täglich neue Frechheiten einfallen, bei denen wir uns schon oft den Bauch vor Lachen gehalten haben. Das macht so manche anstrengende Situationen wieder wett.

Also ich persönlich weiß ganz genau was du meinst - entspanntes Kuscheln auf dem Sofa war sehr lange Zeit auch bei uns Mangelware. 
Jetzt aber mal Hand aufs Herz: Würdest du dich, nach all den Erfahrungen, die du mit Joko gemacht hast, wieder für einen Welpen entscheiden?
Über diese Frage haben wir uns witziger Weise auch schon oft Gedanken gemacht und sind zu dem Entschluss gekommen: Ja würden wir!
Allerdings würden wir uns für den Welpen entscheiden der desinteressiert in der Ecke schläft und sich durch nichts stören lässt und nicht DEN der bei der Züchterin knabbernd am Hosenbein hängt ;)

*haha* Aber ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen: auch dieser Welpe wird so einige arbeitsintensive Problemchen mit sich bringen -so wars zumindest bei uns^^
 Jetzt sind wir auch schon fast am Ende unseres kleinen Interviews angekommen - eine Frage habe ich aber noch für dich.
Welchen Rat würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der vor hat, sich einen Welpen anzuschaffen?
Also erstmal: Macht es NICHT so wie wir. 

Man sollte sich den Welpen schon genauer angucken und auch öfter besuchen. Am besten regelmäßig. Nur so kann man Charakterzüge erkennen und beurteilen, ob der Hund auch zu einem passt oder nicht. Wichtig ist auch, dass man keine Vermehrer unterstützt. 
Jeder der mit dem Gedanken spielt sich einen Welpen zu holen, sollte sich auch vorher schon mit Erbkrankheiten, Zuchtauswertungen der Elterntiere etc. befassen.

Es muss einfach jedem bewusst sein, dass ein Welpe unheimlich Arbeit verursacht und Zeit beansprucht, die man sich definitiv nehmen muss. Es gibt unheimlich schöne Momente in der Welpenzeit aber eben auch schwierige, auf die man sich einstellen sollte. 

  Ein guter Ratschlag! 
Liebe Sophia, vielen Dank, dass du mit uns ganz offen aus dem Nähkästchen geplaudert hast und wir ein wenig in eure Welpenzeit reinschnuppern durften.

- Ende -



Heute haben wir einen persönlichen Einblick in die Höhen und Tiefen des Zusammenlebens mit einem heranwachsenden Hund bekommen können. Wenn ihr mehr über Sophia und ihren Joko erfahren wollt, dann schaut doch einfach mal in ihrem Blog vorbei oder besucht die beiden bei Facebook.

In der nächsten Woche geht es weiter mit dem Thema "Hund aus zweiter Hand". Dazu haben wir mit DogBloggerin Franziska über ihren Mops Leo gesprochen.

Alles Liebe,
Buddys Frauchen


*** sofern nicht anders gekennzeichnet, gehören die Bildrechte der in diesem Beitrag veröffentlichten Fotos Sophia [Joko - Jetzt sheperds]

Kommentare

  1. Wuff, beim Lesen eurer Reportage hat Frauchen ganz, ganz herzlich geschmunzelt und immer wieder mit dem Kopf genickt. Bei ihr scheinen da so viele Erinnerungen an meine Welpenzeit hochgekommen zu sein, denn sie sagt auch immer ich hätte sie da an die Grenzen gebracht. Dabei war ich doch der dritte Welpe den sie grossgezogen hat - aber eben eine "Sonderausgabe" - auch wenn ich der Züchterin nicht an den Beinen gehangen habe. jedenfalls hat sie meinen Einfallsreichtum und meine Cleverness gehörig unterschätzt.
    Eure verschmuste Ayka, die doch kein Wässerchen trüben kann (wenn sie denn schläft).

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  2. Hachz, die Bilder sind aber auch herzig. Besondere Momente ganz besonders in Szene gesetzt - toll...

    Kim habe ich ja damals auch als Welpen bekommen. Er wuchs aber zusammen mit seinem Wurfgeschwister Flynn und einer Katze auf. Wenn man mal davon absieht, das es tatsächlich anstrengend ist, die erste Zeit gefühlte 100 x am Tag 3 Stockwerke hoch- und runter zu latschen, um der geregelten Verdauung draußen Ausdruck zu verleihen, so muss ich rückblickend betrachtet sagen, dass das, was diese beiden Welpen samt Katze so den ganzen Tag veranstaltet haben, man als Mensch gar nicht ableisten kann. Vielleicht hatten wir deshalb kaum "Probleme", von einem angenagten Sofafuß einmal abgesehen. Mit ein Grund, warum ich mich bei Linda, abgesehen von meinem damaligen Tagesablauf, für einen erwachsenen Hund entschieden habe.

    LG Andrea

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  3. Auch ich musste nicht nur herzlich lachen, sondern fühlte mich in vielen Belangen an die Welpenzeit mit Chris erinnert. Der Tipp, NICHT den Welpen zu nehmen, der einem auf den Schoß hopst, ist Geld wert. So kam Dustys Frauchen zu ihm und er fordert sie auch täglich. Wir haben die Jungs damals mit vier Wochen besucht und dann mit acht, neun Wochen abgeholt. Häufigere Besuche waren aufgrund der Entfernung zu den Züchtern nicht machbar. Wichtig ist auch, dass man sich wenigstens die Mama mal kurz ansehen kann, um festzustellen, wie ihr Zustand ist und wie sie aussieht, um eben nicht die Vermehrer zu unterstützen. Also können wir den Beitrag voll unterschreiben.

    Liebe Grüße

    Britta & Chris

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  4. Sehr schönes Interview.
    Da sieht man mal wieder den Facettenreichtum eines Hundes und den seines Menschen.
    Und manchmal kommt eben doch alles ganz anders.Echt interessant.
    Bin gespannt wie es mit der Reihe weiter geht.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag euch :-).
    Johanna

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  5. Tolles Interview. Bei den Anworten von Sophia musste ich immer wieder kräftig nicken. Charly war auch der quirligste Welpe im Wurf und forderte uns von der ersten Minute an. Aber ich möchte trotzdem keine Sekunde davon missen.

    Es ist so schön zuzusehen, wie aus einer kleinen tapsigen Fellkugel ein stattlicher Hund wird.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  6. Mir gefällt Dein Interview sehr gut. Sehr ehrlich und offen. Die Bilder sind wunderbar.

    Ungewöhnlich ist sicher, dass Joko nach dem ersten Treffen mitgeben wurde. Ich kenne es eigentlich nur so, dass man Zeit hat sich die Anschaffung zu überlegen. Zum Glück hat es hier gepasst.....

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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